Rechts herum oder links herum?

Rechts herum oder links herum?

Das ist morgens stets die erste Frage, bevor es mit Flora auf Tour geht. Und jedes Mal ist es eine Entscheidung für oder gegen ein mögliches Abenteuer, denn niemand weiß, was oder wer uns begegnet wäre, hätten wir eine andere Richtung eingeschlagen.

Heute fiel die Entscheidung auf rechts und war goldrichtig, wie sich bald herausstellen sollte. Wir waren ein gutes Stück im Wald und Wiesenrevier, wie es Flora nennt, unterwegs, da machte ich eine Entdeckung.

Aufgeregt sprang ich in die Richtung, was Flora auf den Plan rief, die mich natürlich stoppte. Echt ärgerlich. Dann standen wir alle beide etwas perplex da, meine Nase und ich ein wenig verwirrt und Flora... na ja in Büchern würde da jetzt stehen: augenreibend.  

Links von uns auf der Wiese, ganz nah am Waldrand, saß ein Hahn. Kein Fasanenhahn, nein ein richtiger Kikeriki, ein Hühnerhahn. Etwas verloren und bewegungslos stand er da, den Kopf leicht geneigt, uns ebenso fixierend. 

Ich schaute Flora an. Und jetzt? Darf ich vielleicht doch hin? Wohl eher nicht :-( 

Oder gehen wir jetzt weiter? Wie ich Flora kenne, eher auch nicht. Mist.

Sie zückte das Handy und wählte eine Nummer. Gespräch mit Herrchen... Schien eine größere Aktion zu geben.  Richtig. Kurz darauf befand ich mich, angebunden am nächsten Baum und harrte aus  der Entfernung der Dinge, die da kommen sollten. 

Nicht lange und ich hörte, wie sich ein Auto auf dem Weg näherte.  "Herrchen! Was für eine Überraschung!" Er stieg aus und ich freute mich wie Bolle, ob er jetzt mit uns spazieren ging? Ich bellte und jaulte wie verrückt, was mir eine Rüge von Flora einbrachte, weil der Hahn alarmiert zu mir rüber schaute.  Herrchen begrüßte mich nur aus der Ferne und wandte sich mit Flora dem Hahn zu, der jetzt munter wurde und sicher ahnte, was die Beiden vorhatten.

Und dann hatte ich doch noch meinen Spaß, während ich meinen beiden Menschen beim Frühsport zuschaute. Ich kenne das Hühnervieh von unserem Hof und weiß, wie schwierig es sein kann, diese selbst in einem eingezäunten Terrain einzufangen. Aber hier? 

Die Fänger versuchten ihn von zwei Seiten einzukesseln, aber "Monsieur Le Coq" ergriff mit vor gerecktem Hals die Flucht und verschwand im Unterholz. Herrchen hinterher. Ich hörte nur noch knackende Zweige und Geraschel. Total spannend. Eine Mischung aus Gackern und ersticktem Krächzen lies auf ein erfolgreiches Ende der Jagd schließen und dann trat Herrchen mit dem Hahn auf dem Arm aus dem Gebüsch. Halali! 

Das Grinsen auf Floras Gesicht war herzallerliebst. Tierrettung ist einfach ihr Ding! Wir fuhren alle mit dem Auto nach Hause. Das Findeltier wurde mit Futter und Wasser in einem Stall versorgt, wie ich aus der Heckscheibe beobachten konnte. Hoffentlich war das nicht das klägliche Ende meiner Morgenrunde!

Herrchen fuhr uns, zu meiner Erleichterung, danach zur Ausgangsstelle zurück und wir konnten unsere Morgentour endlich fortsetzen. 

Was uns an diesem Morgen wohl links herum erwartet hätte...?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Annette w (Sonntag, 24 Oktober 2021 17:52)

    Wie spannend� um die Begenung zu erfahren �

  • #2

    Máire Martin (Sonntag, 24 Oktober 2021 19:39)

    Sehr spannened. Nächste Episode butte rechristened bald LG ���